Wissenschaft im Rathaus - Chancen von Migration

Motor für die Wirtschaft: Ökonomische Chancen von Migration.

Unter diesem Motto fand am 20. Juni eine Veranstaltung der Landeshauptstadt Hannover, organisiert durch das Büro des Oberbürgermeister und der Volkswagen Stiftung, auf der über 100 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über die Zukunft in Deutschland diskutiert haben. Sylwia Chalupka-Dunse, Managing Partner von culture.communication hat als Moderatorin durch die Veranstaltung geführt.

Deutschland leidet unter „brain drain“, d.h. der Abwanderung von Spitzenkräften ins Ausland. Die klugen Köpfe der Nation finden immer häufiger im Ausland viel bessere Beschäftigungsperspektiven. Vor allem Migranten, die auf dem hiesigen Arbeitsmarkt keinen Anschluss finden, verlassen das Land, um woanders zu arbeiten. Angesichts der Debatte um den zunehmenden Mangel an Fachkräften ist der Weggang gut ausgebildeter, junger Fachkräfte ein großer Verlust für Deutschland. Potenziale werden so verschenkt. Potenziale liegen aber auch aufgrund der nicht anerkannten Abschlüsse oder des Versagens des Bildungssystems, brach. Nur fünf Prozent Kinder der zweiten Generation, z.B. türkischer Einwanderer, schaffen ein Hochschulabschluss. Mit den gleichen Voraussetzungen schaffen in Paris 35 Prozent der Kinder türkischer Migrantenfamilien den Weg zur Universität.

Deutschland muss endlich handeln! Wissenschaftlich haben das unter anderem Prof. Dr. Herbert Brücker vom Institut für Arbeits- und Berufsforschung, Nürnberg, Dr. Isabel Sievers von der Lebniz Universität Hannover oder Dr. Jens Schneider aus Hamburg mit den Ergebnissen ihrer Studien, bestätigt.

Es gibt auch Beispiele, die als Best Practice Ansätze Schule machen sollten. Eins davon ist das Programm „Aqua“ der Otto-Benecke Stiftung aus Bonn. Im Rahmen dieses Programmes bekommen Migranten, die ihre Hochschulabschlüsse nicht in Deutschland erworben haben die Chance, Ihre Abschlüsse durch Weiterqualifizierung, anerkennen zu lassen. Sie können dann als Ärzte oder Lehrer in Deutschland arbeiten. Solche Programme müssen in der Zukunft mehr an Bedeutung gewinnen, wenn das Konzept der „Fachkräftesicherung“ der Bundesregierung, Früchte tragen soll.